„Beschäftigungspolitisch kontraproduktiv“

Bremen |

15.11.2013

DIHK untersucht Folgen von weiterer Regulierung der Zeitarbeit

Welche Folgen hätten strengere gesetzliche Regulierungen der Zeitarbeit, wie sie derzeit in Koalitionsgesprächen geforderten werden, für die Gesamtwirtschaft? Dieser Frage ging der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) im Rahmen seiner Herbst-Konjunkturumfrage nach und kam zu dem klaren Ergebnis: Zusätzliche Regulierungen würden wichtige Beschäftigungsperspektiven aufs Spiel setzen.

Für die deutsche Industrie ist Zeitarbeit ein „wichtiges Flexibilitätsventil“, heißt es in dem Bericht der DIHK. 40 Prozent der Industrieunternehmen messe der Zeitarbeit eine hohe oder sehr hohe Bedeutung für die betriebliche Flexibilität bei. Denn gerade seit der Finanzkrise sei die Auftragslage nur noch kurzfristiger planbar und schwanke stärker.

Verschlechterung der Beschäftigungsperspektiven

Zusätzliche gesetzliche Regulierungen würden die Beschäftigungsperspektiven für Arbeitnehmer gleich auf zwei Weisen verschlechtern. Einerseits drohe die Verlagerung von Produktionsteilen ins Ausland, andererseits würden weniger neue Mitarbeiter eingestellt. 28 Prozent der Unternehmer gaben in der Umfrage an, Zeitarbeit habe eine sehr hohe oder hohe Bedeutung für die Bereitschaft neue Mitarbeiter einzustellen. „Rund zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer waren vor dieser Beschäftigung ohne Job. Fast jeder dritte Zeitarbeiter hat keine abgeschlossene Berufsausbildung“, ruft die Erhebung die Daten der Bundesagentur für Arbeit in Erinnerung. Gesamtwirtschaftlich liege der Anteil ungelernter Kräfte bei lediglich 13 Prozent. Gerade diese hätten es künftig schwerer.

Befristung kontraproduktiv

Ebenfalls als „kontraproduktiv“ schätzt der DIHK die Forderung nach Befristung der Einsätze ein. Betriebe müssten häufiger neue Mitarbeiter anlernen. Zudem würden die Beschäftigten schlechter gestellt, weil sie künftig auf Branchenzuschläge verzichten müssten. Und auch die Chancen auf Übernahme in das Kundenunternehmen würden sinken.