Die elektronische Lohnsteuerkarte

Bremen |

22.04.2013

Durch die Ablösung des Papierverfahrens wird das Lohnsteuerabzugsverfahren deutlich einfacher gestaltet. In einem ersten Schritt wurde dazu bereits die elektronische Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung (Rückseite der Lohnsteuerkarte) durch den Arbeitgeber ab 2005 realisiert. Die Arbeitgeber müssen seitdem die Lohnsteuerkarten am Ende des Jahres nicht mehr an ihre Arbeitnehmer zurücksenden.

In einem zweiten Schritt werden ab dem Jahr 2013 die Informationen auf der Vorderseite der Lohnsteuerkarte elektronisch bereitgestellt. Der Arbeitgeber erhält die Lohnsteuerabzugsmerkmale dann direkt von der Finanzverwaltung. Damit ist die Lohnsteuerkarte als Träger dieser Informationen nicht mehr notwendig. Die Herstellung und Verwaltung von Lohnsteuerkarten entfällt. Davon profitieren die Bürger ebenso wie die Arbeitgeber, Gemeinden und die Finanzverwaltung.

Im Jahr 2009 wurden letztmalig Lohnsteuerkarten für das Jahr 2010 ausgestellt. Diese gelten auch für den Übergangszeitraum ab dem Jahr 2011 bis zur erstmaligen Anwendung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale im Laufe des Jahres 2013. Die bisherigen Papierbescheinigungen sind bis zum Ende des Jahres 2014 aufzubewahren.

Wie funktioniert das neue Verfahren?

Die Angaben der bisherigen Vorderseite der Lohnsteuerkarte (Steuerklasse, Anzahl der Kinderfreibeträge, sonstige Freibeträge und Kirchensteuerabzugsmerkmal) werden in einer Datenbank der Finanzverwaltung zum elektronischen Abruf für den Arbeitgeber bereitgestellt und als Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale (ELStAM) bezeichnet.

Für das ELStAM-Verfahren muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber nur noch den Tag der Geburt und die steuerliche Identifikationsnummer mitteilen sowie die Auskunft geben, ob es sich um das Haupt- oder um ein Nebenarbeitsverhältnis handelt. Diese Angaben wurden auf der Lohnsteuerkarte des Jahres 2010 oder auf der Ersatzbescheinigung 2011/2012/2013 aufgedruckt.

Damit kann der Arbeitgeber die Lohnsteuerabzugsmerkmale des Arbeitnehmers elektronisch bei der Finanzverwaltung abrufen. Unabhängig davon, ob der Arbeitgeber bereits am ELStAM-Verfahren teilnimmt, muss ihm zur Anmeldung einer familiengerechten Steuerklasse (1 - 5) im Einführungszeitraum immer die Lohnsteuerkarte 2010 oder eine Ersatzbescheinigung vorgelegt werden. Veränderungen der Lohnsteuerabzugsmerkmale werden dem Arbeitgeber mittels Änderungslisten durch die Finanzverwaltung mitgeteilt.