Leiharbeit ganz und gar nicht prekär

Bremen |

22.05.2015

Bezugnehmend auf den Artikel „Bremen ganz prekär“, im Bremer Weserkurier vom 16.05.2015, möchten wir Ihnen mit diesem Artikel gerne die Gegenseite aufzeigen und wollten anmerken, dass Journalismus auch auf Fakten beruhen kann.

Die Zeitarbeit in Bremen ist ganz und gar nicht prekär, wie es im oben genannten Artikel beschrieben wird. Die meisten aller Beschäftigungsverhältnisse sind unbefristet und stabil. Auch die angeblichen Beschäftigungen auf Zeit, die nicht länger als 9 Monate in einem Unternehmen laufen, können wir aus unserer Sicht nicht bestätigen. Wir für unseren Teil, können sowohl kurzfriste Einsätze mit anschließender Übernahme vom Kunden als auch langfristige Einsätze von mehr als 9 Monaten bescheinigen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die Regel ist eine kurze Beschäftigungszeit nicht.

Die Zeitarbeit ist, wie auch schon in der Vergangenheit, weiterhin eine gute Möglichkeit Mitarbeitern, die unter anderem keine Ausbildung haben oder geringe Berufserfahrung mitbringen eine Chance zu geben, sich auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren. Vom ausbleibendem „Klebeeffekt“, von dem im Artikel gesprochen wird, können wir nicht sprechen. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass dieser Klebeeffekt nachweislich sehr häufig eintritt. Rund 37 Prozent der Arbeitnehmer die im 3. Quartal 2014 ihr Zeitarbeitsunternehmen verließen, wurden vom Kundenunternehmen übernommen. So bekommen auch unausgebildete oder gering qualifizierte Kräfte und Wiedereinsteiger, die bei den direkten Stellenausschreibungen des Einsatzunternehmens kaum Chancen gehabt hätten, als Zeitarbeitnehmer die Gelegenheit, ihr Können, ihre Motivation und ihre Zuverlässigkeit unter Beweis zu stellen.

Desweiteren heißt es im Artikel „die meisten Leiharbeiter arbeiten unterhalb ihrer Qualifikation“ auch diese Aussage ist nicht richtig. Die meisten Leiharbeiter arbeiten ihrer Qualifikation entsprechend oder höherwertig. Sollten dennoch Facharbeiter im Einsatz als Helfer sein, liegt es gegebenenfalls daran, dass dieses für den Moment die einzige Chance ist nach langer Arbeitslosigkeit zurück in den Job zu finden.

Die These „Zwei von Drei Leiharbeitern arbeiten für einen Niedriglohn“ können wir nicht bestätigen. Die Zeitarbeit zahlt bereits seit dem 01.01.2014 einen Mindestlohn von 8,50 €. Der allgemein geltende Mindestlohn in Deutschland wurde allerdings erst zum 01.01.2015 beschlossen. Somit ist die Zeitarbeit auch in diesem Bereich mit gutem Beispiel voran gegangen. Der jetzige Mindestlohn im iGZ Tarifvertrag liegt derzeitig bereits bei 8,80 €. Somit schon jetzt 30 cent über dem gesetzlichen Mindestlohn. Zudem zahlen viele Personaldienstleistungsunternehmen schon seit Jahren, übertarifliche Löhne, um qualifizierte Fachkräfte und Mitarbeiter zu halten und zu rekrutieren.

Häufig wird im Bezug auf Leiharbeiter von Angestellten „Zweiter Klasse“ gesprochen, was selbstverständlich nicht zutrifft. Die Leiharbeiter verrichten gleiche Arbeiten wie die Festangestellten und werden nicht zu Letzt aufgrund der Branchenzuschläge, die in vielen Bereichen gelten, an die Stundenlöhne bzw. die Gehälter der festeingestellten Mitarbeiter angepasst, falls diese nicht schon der gleichen Höhe entsprechen.

Zusätzlich erhalten Leiharbeiter entgegen der Aussage im Artikel auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Dieses ist tariflich geregelt. Dazu kommen zusätzlich noch Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge und in unserem Unternehmen eine Zuzahlung zur betrieblichen Altersvorsorge, sowie Prämien für unsere Mitarbeiter des Monats.

Die vielen negativen Äußerungen über die Zeitarbeit sind somit sehr häufig falsche Berichtserstattungen, die aufgrund schlechter Recherchen fehlerhaft verbreitet werden und somit ein schlechtes Bild auf Zeitarbeitsunternehmen werfen.

Wir hoffen mit diesem Artikel einige Unklarheiten beseitigt zu haben. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Euer Converso Team