Macht Arbeitslosigkeit krank?

Bremen |

17.11.2014

Hartz IV-Empfänger haben dreimal häufiger gesundheitliche Beschwerden als Berufstätige. Das hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in einer Befragung herausgefunden, für die rund 12.000 Menschen im Alter von 20 bis 64 Jahren interviewt wurden. 40 Prozent der Empfänger von Arbeitslosengeld II gaben in dieser Befragung des IAB an, gesundheitlich stark eingeschränkt zu sein. Bei den Erwerbstätigen waren es dagegen nur 20 Prozent. „Eines der auffälligsten Ergebnisse ist, dass 42 Prozent der männlichen und 33 Prozent der weiblichen Hartz IV-Empfänger von körperlichen Beschwerden berichteten, 8 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen von psychischen Erkrankungen“, schreibt „Die Welt“. Im Vergleich dazu fielen die Werte der arbeitenden Bevölkerung „bemerkenswert niedrig“ aus. Denn aus dieser Gruppe klagten lediglich 17 Prozent der Befragten über körperliche Beschwerden und sogar nur 3 Prozent über psychische Probleme, so die Zeitung weiter.

Dass es sich bei diesen Angaben nicht nur um „gefühltes Kranksein“ handelt, macht die Tatsache deutlich, dass Hartz IV-Bezieher signifikant öfter ins Krankenhaus müssen als Berufstätige. Mögliche Gründe für den deutlich schlechteren Gesundheitszustand könnten sein, dass der Anteil der Raucher unter Arbeitslosen extrem hoch sei, heißt es im IAB-Bericht. 66 Prozent der befragten Hartz IV-Empfänger sind Raucher, während es bei den Erwerbstätigen mit 32 Prozent weniger als halb so viele sind. Außerdem gaben 50 Prozent der Empfänger von Transferleistungen laut IAB an, nie Sport zu treiben. Bei Erwerbstätigen sind dagegen nur 25 Prozent „Sportmuffel“. Ein Viertel der befragten Arbeitslosen litten außerdem an Fettsucht. „Die arbeitende Bevölkerung kommt auf deutlich niedrigere Werte (Männer: 19 Prozent, Frauen:14 Prozent)“, schreibt „Die Welt“. Allerdings ist der Alkoholkonsum bei der arbeitenden Bevölkerung deutlich höher: Nur 12 Prozent der Männer bzw. 24 Prozent der Frauen aus der Gruppe der Berufstätigen gaben laut IAB an, nie oder nur einmal pro Woche Alkohol zu trinken. Bei den Hartz IV-Empfängern wird seltener täglich und regelmäßig Alkohol konsumiert. „Nur 20 Prozent der Männer und 2 Prozent der Frauen mit Grundsicherungsbezug trinken demnach mehrmals pro Woche Alkohol“, so der IAB-Bericht.

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