Zeitarbeiter gegen Höchstüberlassungsdauer

Bremen |

28.05.2015

Rund 84 Prozent der Zeitarbeitnehmer sind mit ihrer aktuellen Anstellungsform zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des iGZ-Mitgliedsunternehmens, der DEKRA Arbeit-Gruppe, bei bundesweit rund 1.400 Zeitarbeitnehmern zwischen 18 und 65 Jahren. Ein Drittel aller Befragten ist sogar sehr zufrieden.

Die Mehrheit der Zeitarbeitnehmer (58 Prozent) sieht im Gegensatz zur Bundesregierung auch keinerlei Handlungsbedarf für eine zeitliche Höchstüberlassungsgrenze, schreibt die DEKRA in einer Pressemitteilung zur aktuellen Mitarbeiterbefragung. Die Große Koalition plant derzeit weitere Regulierungen der Zeitarbeitsbranche und möchte unter anderem eine Überlassungsdauer von maximal 18 Monaten festschreiben.

Zeitarbeit empfehlenswert

Auch die Beschäftigung als Zeitarbeitnehmer wird weitaus positiver beurteilt, als es die derzeitigen politischen Bestrebungen vermuten lassen. Neben den hohen Zufriedenheitswerten würden sogar fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent) eine Beschäftigung als Zeitarbeitnehmer weiterempfehlen. „Unsere Mitarbeiter fühlen sich wohl und schätzen die Berufsmöglichkeiten, die ihnen durch Personaldienstleistung geboten werden“, beurteilt Suzana Bernhard, Geschäftsführerin der DEKRA Arbeit-Gruppe, die Ergebnisse. „Hohe Zufriedenheitswerte, positive Effekte für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt sowie faire Lohn- und Tarifregelungen, die längst oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns liegen: Da kann ich mich der Mehrheit unserer Zeitarbeitnehmer nur anschließen und nach der Sinnhaftigkeit weiterer Regulierungen fragen.“

Vielschichtige Motive der Arbeitsplatzwahl

Auch die Motive für die Wahl eines Zeitarbeitsplatzes sind sehr vielschichtig und unterstreichen den positiven Wert moderner Arbeitnehmerüberlassung: An erster Stelle steht der Wunsch nach einem Einstieg oder Wiedereinstieg ins Berufsleben. Denn mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) nutzen die Zeitarbeit als Sprungbrett in den Arbeitsmarkt – nach vorheriger Erwerbslosigkeit (26 Prozent), als Berufseinstieg (15 Prozent), nach einer familiären Auszeit (7 Prozent) oder nach einer Krankheit (6 Prozent). Weitere Gründe liegen mit 20 Prozent in der Suche nach dem passenden Arbeitsplatz oder dem gezielten Seiteneinstieg in einen Beruf (23 Prozent). Etwa 23 Prozent der Befragten sehen die Zeitarbeit als reine berufliche Übergangslösung. Da Mehrfachnennungen möglich waren, kommen bei den Antworten insgesamt mehr als 100 Prozent zusammen.

Gutes Miteinander

Selbst das in der Öffentlichkeit gerne als kritisch bewertete Arbeitsklima zwischen Zeitarbeitnehmern und Stammbelegschaft relativiert sich der Umfrage zufolge: Ungefähr neun von zehn Mitarbeitern (87 Prozent) geben an, dass das Verhältnis zwischen Zeitarbeitnehmern und Stammbelegschaft gut (55 Prozent) oder normal ist (32 Prozent). Nur 13 Prozent der befragten Zeitarbeitnehmer bewerten das Verhältnis zur Stammbelegschaft als schlecht.

Den kompletten Artikel finden Sie hier.